Politiktalk des BeB 2026: Teilhabe sichern statt kürzen

Veröffentlicht am: 17.06.26

Beteiligte Personen am Politiktalk 2026

Mit mehr als 310 Teilnehmenden stieß der diesjährige Politiktalk des evangelischen Bundesfachverbandes für Teilhabe (BeB) auf großes Interesse. Unter dem Titel „Rolle rückwärts oder Zukunft gestalten?“ diskutierten die teilhabepolitischen Sprecher*innen der demokratischen Bundestagsfraktionen gemeinsam mit Menschen mit Behinderung über die Zukunft der Teilhabepolitik. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich die Eingliederungshilfe angesichts steigender Kosten und wachsender gesellschaftlicher Herausforderungen weiterentwickeln wird. „Das große Interesse zeigt, wie sehr die aktuellen Entwicklungen viele Menschen bewegen. Es geht um grundlegende Fragen von Teilhabe und Gerechtigkeit“, betont Pfarrer Frank Stefan, Vorsitzender des BeB.

Kampagne setzt klares Signal

Mit der bundesweiten Kampagne #NichtamMenschensparen positioniert sich der BeB klar gegen Kürzungen bei Leistungen der Eingliederungshilfe. Leistungen zur Teilhabe sind keine freiwilligen Angebote. Sie sind Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben und gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe. Kürzungen gefährden diese Rechte unmittelbar. „Wer an Leistungen kürzt, spart nicht an Strukturen, sondern an Menschen. Das darf nicht passieren“, so Frank Stefan.

Der BeB weist darauf hin, dass nicht die Leistungen selbst die zentralen Kostentreiber sind. Vielmehr treiben Bürokratie und ineffiziente Verwaltungsprozesse die Ausgaben. „Wenn wir wirklich Kosten senken wollen, müssen wir Bürokratie abbauen und Digitalisierung endlich konsequent umsetzen.“, erklärt Stefan.

Politische Diskussion mit geteilten Grundsätzen

Im Austausch mit den teilhabepolitischen Sprecher*innen der demokratischen Bundestagsfraktionen wurden unterschiedliche Prioritätensetzungen diskutiert. Dabei bekannten sich alle anwesenden Mitglieder des Bundestags zum Sozialstaat in seiner heutigen Form und lehnen Leistungskürzungen für Menschen mit Behinderungen oder psychischer Erkrankung strikt ab. 

Forderungen an die Politik

Der BeB richtet auch auf Grundlage dessen klare Erwartungen an die Verantwortlichen in Bund und Ländern:

  • Sicherung der bestehenden Teilhaberechte
  • Verzicht auf Kürzungen zulasten von Menschen mit Behinderung oder psychischer Erkrankung
  • Konsequenter Abbau von Bürokratie
  • Investitionen in Digitalisierung und effiziente Verwaltungsstrukturen
  • Stärkung des Vertrauens in die Träger der Eingliederungshilfe

Der Politiktalk 2026 hat gezeigt, wie relevant und umstritten die Zukunft der Teilhabepolitik ist. Für den BeB bleibt klar: Eine inklusive Gesellschaft kann nur gelingen, wenn Teilhabe nicht zur Verhandlungsmasse wird.

Nicht am Menschen sparen.

Für Rückfragen und weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des BeB.

Sevinç Topal
Pressekontakt Evangelischer Fachverband für Teilhabe (BeB)

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