BeB Aktuell Februar 2026

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Leserinnen und Leser,

mit großer Sorge blickten wir als BeB auf das gestern im Bundeskanzleramt stattgefundene Gespräch, in dem Bund, Länder und Kommunen über mögliche Kostensenkungen in der Eingliederungshilfe beraten haben.

Bereits zuvor haben wir uns im Dialogprozess Eingliederungshilfe zwischen dem BMAS und den Ländern mit konkreten Vorschlägen eingebracht, wie bestehende Umsetzungsdefizite abgebaut und die Ziele des Bundesteilhabegesetzes besser erreicht werden können. Diese Vorschläge liegen vor und sie müssen jetzt konsequent umgesetzt werden.

Statt erneut über pauschale Kostensenkungen zu sprechen, gilt es einerseits zu differenzieren, warum die Kosten gestiegen sind. Andererseits muss endlich entbürokratisiert werden. Eine verbesserte, einheitliche und rechtssichere Umsetzung senkt Kosten nachhaltig und stärkt zugleich die Teilhabe von Menschen mit Behinderung.

Zentrale Ansatzpunkte in der Umsetzung sind unter anderem

  • Einheitliche Bedarfsermittlung

Die fehlende Einheitlichkeit und die hohe Bürokratie machen das System unnötig komplex. Es ist nicht hinnehmbar, dass bundesweit rund 70 unterschiedliche Instrumente zur Bedarfsermittlung existieren und Bedarfe auf bis zu 120 Seiten dokumentiert werden müssen

  • Beendigung der Befristung von Leistungsbescheiden

In der Praxis werden Leistungsbescheide an Menschen mit Behinderung oftmals befristet auf ein halbes Jahr. Dies führt bei allen Beteiligten nach kurzer Zeit zu erheblichem und neuem Aufwand. Diese rechtswidrige Praxis muss beendet werden, außer in den Ausnahmefällen, in denen sich die Leistungen auf einen klar begrenzten Zeitraum beziehen müssen.

Nur durch die konsequente Umsetzung der einheitlichen Bedarfsermittlung und die Beendigung der Befristung von Leistungsbescheiden kann die Eingliederungshilfe verlässlich und bürokratiearm gestaltet werden. Diese Maßnahmen stärken die Rechte von Menschen mit Behinderung, entlasten die Verwaltung und die Leistungserbringer und sichern eine nachhaltige Teilhabe! 


Mit herzlichen Grüßen
Ihre
Barbara Heuerding
Geschäftsführerin

 

Die Kerbe - Forum für soziale Psychiatrie

Aktuelle Ausgabe: Zum Umgang mit Fremdheit
Die neue Ausgabe der Kerbe richtet ihren Blick auf die Jugend - die Phase mit den größten Risiken für die Entstehung schwerer seelischer Störungen. Der Übergang von einer Lebensphase zur anderen ist immer mit besonderen Herausforderungen verbunden, verlangt persönliche und systemische Lernprozesse und die Entwicklung neuer Bewältigungsstrategien und -kompetenzen. Genau hier setzt das neue Heft an: Mit fachlichen Analysen, aber auch Praxisberichten ist die Kerbe am Puls der Zeit aktueller Herausforderungen der jungen Generation.

Orientierung – Fachzeitschrift für die Teilhabe

Aktuelle Ausgabe: Mitarbeitende
Diese Ausgabe der Orientierung rückt die Mitarbeitenden in der Eingliederungshilfe in den Mittelpunkt. Sie zeigt, welche strukturellen Bedingungen gute Arbeit ermöglichen – verlässliche Rahmenbedingungen, stabile Teams, politische Unterstützung und echte Wertschätzung. Mit fachlichen Analysen und Praxisbeispielen plädiert sie für eine Arbeitswelt, die professionelle Arbeit stärkt statt sie zu überfordern.

Aktuelles

Ausufernde Spardiskussion um Eingliederungshilfe
Die Fachverbände für Menschen mit Behinderung und der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) sind alarmiert über immer neue Gesprächsformate zu Einsparungen bei der Eingliederungshilfe. 
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Ukrainische Geflüchtete mit Behinderung
Handicap International kritisiert gemeinsam mit dem BeB und weiteren Organisationen den Ausschluss ukrainischer Geflüchteter mit Behinderung aus dem Sozialrecht. Kurz vor dem 4. Jahrestag des russischen Angriffs auf die Ukraine fand am Montag, den 23. Februar 2026, die Anhörung zum Leistungsrechtsanpassungsgesetz im Bundestag statt. Der geplante Wechsel ukrainischer Geflüchteter in das Asylbewerberleistungsgesetz würde faktisch zu einem Ausschluss von Teilhabeleistungen führen.
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Aktionswoche 2026  #OhneFachkräfteKeineTeilhabe
Der BeB ruft gemeinsam mit weiteren Fachverbänden für Menschen mit Behinderung und der BAG HEP zur bundesweiten Aktionswoche #OhneFachkräfteKeineTeilhabe vom 20. bis 24. April 2026 auf. Ziel ist es erneut, die unverzichtbare Rolle der Fachkräfte in der Eingliederungshilfe sichtbar zu machen. Die Aktionsmaterialien – von Social-Media-Vorlagen bis hin zu personalisierbaren Aktionsplakaten zum Ausdrucken – stehen ab sofort online zur Verfügung. 
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Hilfsangebote für Menschen mit Behinderung im Katastrophenfall
Die Plattform Notfallregister.eu soll Behörden und Hilfsorganisationen im Krisenfall helfen, Menschen mit Behinderung gezielt zu finden und zu berücksichtigen. Kostenlos registrieren können sich Menschen mit besonderen medizinischen Bedürfnissen oder sonstigen Einschränkungen sowie Betreiber von Einrichtungen wie Dialysezentren oder Pflegeheimen. Die Nora-Notruf-App ermöglicht auch Menschen mit Sprach- und Höreinschränkungen die Wahl des Notrufs. Die Anleitung ist auch in Leichter Sprache verfügbar.
Hier zum Notfallregister und hier zur App

Veranstaltungen

Der BeB lädt zur Digitalen Angehörigentagung 2026
Am 07. März 2026 lädt der Beirat der Angehörigen und rechtlichen Betreuer*innen (BAB) im BeB unter dem Titel „Sparpolitik spaltet: Wird Würde zum Luxus?“ von 10 bis 14:30 Uhr zur kostenfreien digitalen Angehörigentagung via Zoom ein. Im Fokus stehen die wachsende Entsolidarisierung in der Gesellschaft und deren Auswirkungen auf Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen.
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Service

Arbeitsagentur veröffentlicht Toolbox für mehr berufliche Teilhabe
Die neue Handreichung der Bundesagentur für Arbeit (BA) richtet sich an alle, die Arbeitgeber im Netzwerk beraten und begleiten und bietet Handlungsempfehlungen, Beispielen und Materialien. So sollen Arbeitgeber in Ihrem Vorhaben schwerbehinderte Menschen einzustellen zielgerichteter unterstützt werden können.
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BMAS führt Umfrage zu Budget für Arbeit durch
Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) führt derzeit im Kontext des Projektes Budgetkompetenz eine Umfrage über das Budget für Arbeit durch. Zielgruppe sind Fachdienste und Leistungserbringer. So soll das Budget nachhaltig in seiner Zugänglichkeit verbessert werden.
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Sicherheits-Politik: Was ist wichtig? – in Leichter Sprache
Das Deutsche Institut für Menschenrechte hat eine Kurzmeldung zur aktuellen sicherheitspolitischen Debatte über Menschen mit seelischer bzw. psychischer Behinderung in Leichter Sprache veröffentlicht.
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Der evangelische Fachverband für Teilhabe (BeB) e.V.
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Redaktion: Sevinç Topal, Pressereferent 

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Der evangelische Fachverband für Teilhabe ist ein Fachverband der Diakonie. Auf der Grundlage seiner ethischen Haltung, seines christlichen Menschenbildes sowie der UN- Behindertenrechtskonvention setzt er sich für die Belange von Menschen mit Behinderung oder psychischer Erkrankung und deren Angehörigen ein. Zwei gewählte Beiräte aus diesen Personengruppen begleiten den BeB im kritisch-konstruktiven Dialog. Als Interessenvertretung von über 600 evangelischen Einrichtungen, Diensten und Initiativen der Behindertenhilfe und Sozialpsychiatrie arbeitet der BeB daran, die gesellschaftlichen und sozialpolitischen Rahmenbedingungen zu verbessern, die volle, wirksame und gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen in ihrer Vielfalt zu fördern sowie umfassende Mitbestimmung von Menschen mit Behinderung oder psychischer Erkrankung zu realisieren.

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