Elternschaften von Menschen mit geistiger Behinderung in Deutschland

Ergebnisse einer zweiten bundesweiten Fragebogenerhebung

von Ursula Pixa-Kettner

Der BeB hatte sich an der Fragebogenaktion beteiligt. Aus diesem Bereich war eine hohe Rücklaufquote zu verzeichnen.

Vielen Dank an Frau Prof. Dr. Pixa-Kettner und dem Lebenshilfe-Verlag Marburg für die Abdruckerlaubnis.

Kurzfassung: In einer bundesweiten Fragebogenerhebung wurden 1.584 Elternschaften von Menschen mit geistiger Behinderung für den Zeitraum von 1990 bis 2005 dokumentiert. Trotz niedrigerer Rücklaufquote und enger gefasstem Zeitraum gegenüber einer Vorläuferuntersuchung von 1993 entspricht dies einer Zunahme von ca. 45 %. Der Anteil der Kinder, die mit mindestens einem Elternteil zusammen leben, ist mit 57 % gegenüber 1993 deutlich gestiegen; zwischen den einzelnen Bundesländern sind deutliche Unterschiede zu verzeichnen. Professionelle Unterstützung scheint für ein Zusammenleben von leiblichen Eltern und Kindern nicht immer förderlich zu sein.

Die Anzahl getrennt aufwachsender Kinder steigt mit deren Lebensalter an, wobei immerhin die Hälfte der 12- bis 15-Jährigen bei mindestens einem Elternteil lebt. Insgesamt bestätigen die Ergebnisse den Trend der Studie von 1993 einer stärker an der Normalität orientierten Lebensweise von Menschen mit geistiger Behinderung, bei der jedoch Elternschaften trotz der Zunahme nach wie vor eine Ausnahme darstellen.

Quelle: Zeitschrift „Geistige Behinderung", Heft 4/2007, Seiten 309-321

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