Orientierung Heft 2/2014: Helden?

titel_2_2014Liebe Leserin, lieber Leser,

woran denken Sie, wenn Sie an Helden denken? Sind das die, die nicht sagen »Darum sollte sich wer anderes kümmern « oder »Ich würde ja helfen, aber mir fehlt die Zeit«? So beschreibt es Raul Krauthausen auf Seite 33 dieser
Orientierung. Krauthausen hat die »Sozialhelden« mitbegründet und möchte mit diesen Probleme erkennen, darauf mit innovativen Projekten aufmerksam machen und sie im besten Fall beseitigen. Ein Held?

Oder sind das die, die ganz Großes vollbringen? Die im notwendigen Widerstand gegen eine Sache ganz vorne stehen und dabei das Leben riskieren wie z.B. Sophie Scholl im Dritten Reich, deren Hinrichtung durch die  Nationalsozialisten sich dieses Jahr zum 70sten Male gejährt hat? Eine Heldin?

Vielleicht denken Sie auch an den einen oder anderen Westernhelden? Oder an Lara Croft, Batman oder Superman, an den Ironman oder an andere Sportlegenden – egal ob gedopt oder ungedopt? An Lucky Luke, an Kriegerdenkmäler oder den Heldenfriedhof?

Oder sind Sie gar selber ein Held oder eine Heldin?

Haben es Menschen, die in der Behindertenhilfe arbeiten verdient oder notwendig, als Helden gesehen zu werden? Oder geht es nur darum »das zu tun, was zu einem passt«? So sagen es Deniz Gebauer und Thomas Engel auf Seite 1, die sich beide in der Ausbildung zur Heilerziehungspflege befinden.

Für Frank Dieckbreder gibt es einen Unterschied zwischen Heldentum früher und dem heutigen Helden des Alltags. Seine These: Menschen die in der sozialen Arbeit aktiv sind, sind Helden des Alltags. Allerdings muss das heutige Heldentum vom »Mythos der Aufopferung bereinigt werden« (Seite 4).

Bundesverdienstkreuz? Kronenkreuz? Heldenauszeichnungen? Eitelkeit oder Stille?

Und was ist mit den Menschen, die Corinna Scherwath »Überlebenshelden « nennt? Menschen, die durch traumatische Erfahrungen gegangen und dadurch stark geworden sind. »Jemand, der noch nicht so viel durchgemacht hat wie ich, hätte diese Tage dort vielleicht nicht überstanden!« (Seite 12).

Die aktuelle Orientierung widmet sich Helden. Und, weil es gar nicht so einfach ist mit dem Thema steht hinter dem Titel ein deutliches Fragezeichen!

»Unglücklich das Land, das Helden nötig hat.« hat Bertolt Brecht einmal gesagt. Welches Heldenbild er dabei im Kopf hatte? An welche Heldin er gedacht hat?

Stöbern Sie durch die Orientierung und machen Sie aus Fragezeichen Ausrufezeichen.

Herzlich Ihr

Martin Herrlich

Weitere Informationen und Leseproben finden Sie unter www.beb-orientierung.de.

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