Diakonie-MitMensch gewinnt Journalistin mit Behinderung

Preisverleihung mit 180 Gästen im Sony Center, Berlin

Im Anwesenheit von 180 geladenen Gästen aus Medien, Politik, Kirche und Öffentlichkeit hat das Diakonische Werk den Diakonie-MitMensch - Medienpreis für junge Journalistinnen und Journalisten am Abend verliehen.

In der Kategorie Hörfunk geht der mit 1.000,- Euro dotierte Preis an die junge Journalistin Marie-Hélène Adam aus Kuppenheim. In ihrem 25-minütigen Feature stellt Adam die Frage "Warum ist es nicht normal, verschieden zu sein?", gesendet bei "SWR 2 Eckpunkt" im Juli 2004. Die junge Journalistin setzt sich dabei mit ihrer eigenen Situation als Kleinwüchsige auseinander, erzählt in Ich-Form und lässt ihr Umfeld zu ihrer Situation zu Wort kommen.

Die Jury lobt die außergewöhnliche Herangehensweise und die sehr persönliche Umsetzung des Themas Behinderung.

In der Kategorie Print erhält Volker Laufer aus München den Preis für seine Reportage "Hoffungslos in Hopefield". In seinem Feature greift Walzer das Thema HIV in Afrika auf und widmet sich der Situation des Dorfes Hopefield.

Hier leben nur HIV-infizierte Menschen. Erschienen ist die Reportage über die Deutsche Presseagentur in verschiedenen Tageszeitungen im Sommer 2004.

Die Jury würdigt die aufwendige Recherche und die ausgezeichnete detailgetreue Zeichnung der betroffenen Menschen. Eine solche Leistung für einen so jungen Journalisten ist außergewöhnlich, so Jurymitglied Hannelore Crolly, Die Welt.

In der Kategorie Fernsehen geht der Preis an Stefanie Undisz aus Hamburg für die Reportage "Lachen auf Rezept". Undisz begleitet für den MDR im August 2004 einen Clown auf einer Kinderkrebsstation. Dieser versucht durch Späße die junge Patienten zum Lachen zu bewegen. Der jungen Journalistin gelingt es, dem Zuschauer das Thema Krebs bei Kindern einfühlsam nahe zu bringen. Sie führt die Zuschauer mit dem Clown auf die Station und berichtet über die Betroffenen ohne es voyeuristisch wirken zu lassen, so Juryvorsitzender Björn Staschen, NDR.

Die Preise überreichte Bundesministerin für Familie, Frauen, Senioren und Jugend, Renate Schmidt. Sie hat die Schirmherrschaft für Diakonie-MitMensch übernommen. "Alle Nominierte haben bewiesen, dass sich soziale Themen zugleich informativ und doch feinfühlig darstellen lassen. Sie haben damit zu mehr Verständnis für das Entstehen von Problemlagen und die Not derer, die sich in schwierigen Lebenssituationen befinden, beigetragen." Mit dem Preis leiste die Diakonie einen wichtigen Beitrag zum Verständnis und zur Gestaltung des Sozialstaats in Deutschland. "Gäbe es Diakonie-MitMensch noch nicht, müsste dieser Medienpreis schnellstens eingeführt werden." Die Preisverleihung fand im Sony Center am Potsdamer Platz in Berlin statt.

Unter den Gästen waren die elf Nominierten für den Preis. Sie erwartet am Tag der Preisverleihung und dem Tag danach ein Hauptstadtprogramm zum Thema Sozialberichterstattung in Deutschland.

Die Jury besteht aus erfahrenen Redakteurinnen und Redakteuren von Die Zeit, Die Welt, NDR, n-tv, Radio Fritz, ZeitZeichen und dem ARD- Hauptstadtstudio. Diakonie-MitMensch ist der erste und einzige Preis, der soziale Berichterstattung speziell junger Journalistinnen und Journalisten auszeichnet.

Weitere Informationen: www.diakonie-mitmensch.de 

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