“Die vielleicht einschneidenste Veränderung seit Einführung der Eingliederungshilfe”

"Best Practice" und viele neue Ideen bei gemeinsamer Tagung von BeB und DW der EKD zum Persönlichen Budget in Potsdam

Potsdam/Berlin, 8.10.2007 - „Es ist das erklärte Interesse der Diakonie, dem ‚Persönlichen Budget' zum Erfolg zu verhelfen“, erklärte Pfarrer Klaus-Dieter K. Kottnik, Präsident des Diakonischen Werkes, der die Tagung am heutigen Montag eröffnete und die Positionen des DW der EKD zum Persönlichen Budget erläuterte. Da damit nicht zuletzt auch für die Mitarbeiter/innen große Herausforderungen verbunden seien, führte der vormalige Vorsitzende des BeB aus, gehöre dazu auch, „dass die Einrichtungen der Behindertenhilfe optimal auf die Einführung des ‚Persönlichen Budgets" eingestellt sind“.

Erste Erfahrungsberichte aus der Praxis und neue Ideen zur Entwicklung fachlicher Orientierungshilfen stehen dementsprechend im Mittelpunkt der gemeinsamen Fachtagung, die der Bundesverband evangelische Behindertenhilfe e.V. (BeB) und das Diakonische Werk der EKD vom 8. bis zum 9. Oktober 2007 in Potsdam veranstalten. „Der Weg zum Persönlichen Budget“ wird von rund 300 Teilnehmer/innen aus ganz Deutschland in insgesamt 16 Arbeitsgruppen anhand themenspezifischer Fragestellungen und mittels „Best-Practice“-Beispielen gemeinsam erörtert.

Nach einem Grundsatzreferat über „Recht, Praxis und Zukunft“ des Persönlichen Budgets durch Prof. Silvia Pöld-Krämer von der Fachhochschule Bielefeld stellt Dr. Heidrun Metzler von der Universität Tübingen die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitforschung vor. Anschließend berichtet Joachim Speicher vom Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband über die Erfahrungen des Kompetenzzentrums Persönliches Budget, bevor Videoaufzeichnungen mit Interviews der Teilnehmer/innen aus Modellprojekten gezeigt werden.

Michael Conty, BeB-Vorsitzender und Geschäftsführer des Stiftungsbereichs Behindertenhilfe der v. Bodelschwingschen Anstalten Bethel in Bielefeld, der am morgigen zweiten Tag der Veranstaltung die Ergebnisse der Fachtagung zusammenfassen wird, stellt fest: „Das „Persönliche Budget“ ist vielleicht die einschneidendste Veränderung, die die Leistungserbringung für Menschen mit Behinderung oder psychischer Erkrankung seit Einführung der Eingliederungshilfe erfahren hat.“ Die Umstellung auf pauschalierte Geldleistung bedeute einen grundsätzlichen Systemwechsel in der Finanzierung. „Das wird die Stellung des anspruchsberechtigten Menschen nachhaltig stärken“, so Conty.

Der Bundesverband evangelische Behindertenhilfe e.V. (BeB) ist ein Fachverband im Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland. Seine rund 600 Mitgliedseinrichtungen halten Angebote für mehr als 100.000 Menschen mit Behinderung oder psychischer Erkrankung aller Altersstufen bereit. Damit deckt der BeB bundesweit annähernd 50 Prozent der Angebote der Behindertenhilfe sowie wesentliche Teile der Sozialpsychiatrie ab. Als Zusammenschluss von evangelischen Einrichtungen, Diensten und Initiativen fördert, unterstützt und begleitet der BeB Menschen mit Behinderung oder psychischer Erkrankung und deren Angehörige.

Kontakt:

Bundesverband evangelische Behindertenhilfe e.V. (BeB)
Pressesprecher: Dr. Thomas Schneider
Tel./Fax: 030/83001-274/-275, Mobil: 0160/ 90 24 26 75
E-Mail: schneider@beb-ev.de

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