Kerbe 3/2005: Sind die Angehörigen immer noch Ungehörige?

Die Zukunft der Familienselbsthilfe in der Psychiatrie

Dass wir alle Angehörige sind, ist ein Axiom und bedarf daher keines Beweises. Und dass wir, bei genauerer Betrachtung, auch alle Angehörige von Menschen mit psychischen Erkrankungen oder psychischen Problemen sind, belegt die immer wieder in allen bekannten Untersuchungen dargelegte Quotevon bis zu 20% betroffener Menschen, die weltweit an unterschiedlichsten psychischen Problemen leiden und die  Familie - zumindest im weiteren Familienkreis - von psychischer Erkrankung betroffen ist.

Alle Autorinnen und Autoren dieses Kerbe-Heftes haben die Herausforderung angenommen, aus ihrer jeweils unterschiedlichen Perspektive etwas zum aktuellen Stand der Angehörigenarbeit in und mit der Psychiatrie beizutragen. Uns ist es besonders wichtig, dass sich dabei auch das Erfahrungswissen von Angehörigen in den Texten kritisch reflektiert widerspiegelt. Als für dieses Kerbe-Heft Verantwortliche, haben wir als Angehörige und Professionelle noch die Psychiatrie Anfang der 70-er Jahre kennen gelernt, in der "Patienten" (der Begriff: "Psychiatrie-Erfahrene" war damals noch reine Utopie) zu "bewältigen" und Angehörige als "Ungehörige" so schnell wie möglich "abzufertigen" waren.

Mit dem für manche sicherlich provozierenden Titel der "Ungehörigen Angehörigen" möchten wir nicht zuletzt gerne auch Sie, liebe Leserinnen und Leser, herausfordern, sich an einem fachlichen Diskurs darüber zu beteiligen, welchen Stand die Selbsthilfebewegung Angehöriger in unserer heutigen psychiatrischen Landschaft aus Ihrer Sicht hat. Wir wünschen Ihnen daher viel Spaß und neue Erkenntnisse bei der Lektüre unseres Kerbe-Heftes zur Familienselbsthilfe und freuen uns jetzt schon auf Ihre Leserbriefe!

Die ersten vier Seiten der Kerbe 3/2005 finden Sie als pdf Datei auf unserer Homepage unter www.kerbe.info.

 

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