Menschen mit besonderen Bedarfslagen oder hohem Unterstützungsbedarf gehören dazu!

BeB zeigt bei Parlamentarierabend in Berlin Handlungsnotwendigkeiten für die Politik auf

Berlin, 18.3.2010 – Die Lebenssituation von Menschen mit sehr schwerer oder komplexer Behinderung sowie die notwendigen Unterstützungsleistungen standen im Mittelpunkt des diesjährigen Parlamentarierabends des Bundesverbandes evangelische Behindertenhilfe e.V. (BeB) am 18. März 2010 in Berlin. Zum 9. Mal hatte der BeB zum jährlichen persönlichen Austausch mit Vertretern des Bundespolitik, darunter zahlreiche Mitglieder des Deutschen Bundestages, hochrangige Ministeriumsvertreter sowie weitere Gäste, eingeladen. Unter dem Motto „Teilhabe sichern - Menschen mit sehr schwerer Behinderung gehören dazu!“ setzte sich der BeB für Menschen ein, die besondere Bedarfslagen und meist einen hohen Unterstützungsbedarf haben. Diese Menschen stoßen auf vielfältige Probleme im Alltagsleben, bei der Erlangung notwendiger Unterstützungsleistungen oder auch im Gesundheitswesen.

Nach Begrüßung durch Markus Kurth, sozial- und behindertenpolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen und Gastgeber in der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft, erläuterte der BeB-Vorsitzende Michael Conty die Handlungsnotwendigkeiten für die Politik. Der BeB strebt einen gesellschaftlichen Entwicklungsprozess an, der auf die volle, selbstbestimmte und gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen mit und ohne Behinderung in einer in jeder Hinsicht barrierefreien, offenen und demokratischen Gesellschaft zielt. Menschliche Vielfalt ist eine Bereicherung und Menschen mit komplexer Behinderung gehören ohne jeden Zweifel dazu. Inklusion soll die gesamte Gesellschaft erfassen und insbesondere auch diejenigen, die heute marginalisiert und an den Rand gedrängt sind, in die Mitte der Gesellschaft holen.

Aus Sicht des BeB geht es hierbei darum, die Zugangschancen von Menschen mit Behinderung zu allen relevanten Bereichen des gesellschaftlichen Lebens zu erhöhen, die Zahl ihrer gesellschaftlichen Rollen zu erweitern und Barrieren abzubauen, ohne dass die jeweilige Eigenheit ihrer Lebensführung zerstört bzw. in ihrer Entwicklung behindert wird. „Die Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe, so stellte Conty klar, „wird sich mit dem Maßstab der UN-Behindertenrechtskonvention messen lassen müssen. Ein wesentlicher Indikator für eine gute Entwicklung ist, wenn auch und gerade Menschen mit komplexer Behinderung und hohem Unterstützungsbedarf vollständig bedarfsdeckende Unterstützungsleistungen zur selbstbestimmten Lebensführung und zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erhalten.“

Anschließend machte Sylvia Brinkmann, Angehörige und Mitglied der „Initiative Teilhabe für alle/Berlin“ in ihrem Vortrag zum Thema „Teilhabe sichern! Zur Lebenssituation von Menschen mit sehr schwerer Behinderung – aus Angehörigensicht“ anschaulich deutlich, dass gerade Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf es sind, die von Ausgrenzung betroffen sind und an massive gesellschaftliche Barrieren stoßen. Deren volle Einbeziehung in unsere Gesellschaft aber ist, so Brinkmann, „eine Frage der Menschenwürde und des Rechts auf Gleichbehandlung“.

Der Bundesverband evangelische Behindertenhilfe e.V. ist ein Fachverband im Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland. Seine rund 600 Mitgliedseinrichtungen halten Angebote für mehr als 100 000 Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen aller Altersstufen bereit. Damit deckt der BeB bundesweit annähernd 50 Prozent der Angebote der Behindertenhilfe sowie wesentliche Teile der Sozialpsychiatrie ab. Als Zusammenschluss von evangelischen Einrichtungen, Diensten und Initiativen fördert, unterstützt und begleitet der BeB Menschen mit Behinderungen oder psychischer Erkrankung und ihre Angehörigen.

Bundesverband evangelische Behindertenhilfe e.V. (BeB)
Pressesprecher: Dr. Thomas Schneider
Tel./Fax: 030/83001-274/-275, Mobil: 0160/ 90 24 26 75
E-Mail: schneider@beb-ev.de, www.beb-ev.de

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