Orientierung Heft 4/2020: Menschlichkeit

Heftcover

Liebe Leser*innen,

mit dieser Orientierung haben wir uns auf die Suche begeben - was ist Menschlichkeit? Unsere Hoffnung war: In der Summe aller eingehenden Artikel lässt sich am Ende eine gemeinsame Definition erkennen. Auch Meggy Katzenstein hat sich in der Diakonie Kork für uns auf Spurensuche begeben. Sie hat mit unterschiedlichen Gruppen von Menschen mit Unterstützungsbedarf versucht zu erheben, wie Menschlichkeit erlebt wird. Nach so manchen ratlosen und verständnislosen Blicken wurde dann aber doch von eigenen „Menschlichkeitserfahrungen“ erzählt:

  • „Ich habe mich gefreut, dass ein Mitarbeiter mit mir zum Optiker ist, meine Brille war drei Monate kaputt. Der Optiker war auch sehr nett.“
  • „Das ist, wie man behandelt wird.“
  • „Das hat mit Menschenwürde zu tun.“

Geäußert wurden auch kritische Erfahrungen:

  • „Ich habe das noch nicht erlebt – Menschlichkeit.“
  • „Zur Beerdigung von einem Mitbewohner durften wir nicht gehen. Das ist unmenschlich.“
  • „Zu Hause war es nicht immer menschlich.“

Unsere Autor*innen nähern sich dem Thema aus persönlicher (Berufs-)Erfahrung. Sie fragen sich, welche Rolle Menschlichkeit zwischen UN-BRK und Bedarfsermittlung spielt, ob die Menschlichkeit verschwunden ist, wodurch sie begünstigt wird, wie sie sich entwickelt und verändert hat und wie Menschlichkeit in der aktuellen Corona-Pandemie gelebt werden kann. Wir sind Menschen und in der Begegnung von Menschen entsteht Menschlichkeit. Oder, wie es eine von Katzensteins Gesprächspartnerinnen auf den Punkt bringt: „Wenn man angelächelt wird, ist das schön.“

In diesem Sinne grüßt aus der Redaktion

Ihr Martin Herrlich

Weitere Informationen und Leseproben finden Sie unter www.beb-orientierung.de

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