Diakonie: Häusliche Pflege stärken

Gohde: Absicherung der Pflegebedürftigkeit gesamtgesellschaftliche Aufgabe

"Die Pflegeversicherung darf nicht zum Spielball politischer Interessen gemacht werden. Im Gegenteil: Sie muss auch weiterhin als gesamtgesellschaftliche Aufgabe gesehen werden." In Zukunft müsse sie solidarisch getragen und paritätisch finanziert werden, so Gohde weiter. Denkbar wäre eine Mischstrategie aus der Erweiterung des heranzuziehenden Einkommens, der Erhöhung des Beitragssatzes und dem Aufbau eines kapitalgedeckten Finanzstockes.

Die Diakonie spricht sich für eine Weiterentwicklung des Grundsatzes "ambulant vor stationär" aus. Demnach sollten vor allem die Häusliche Pflege und neuartige vernetzte Versorgungsformen ausgebaut werden. Hierzu gehören Beratung und Begleitung von Betroffenen und Angehörigen sowie der Ausbau von niedrigschwelligen und wohnortnahen ambulanten Angeboten. Dieses dürfe allerdings nicht dazu führen, dass Menschen die stationäre Versorgung erhalten, diese nur eingeschränkt bekommen. Prävention und Rehabilitation sind weitere Grundsätze, die verstärkt in das Blickfeld geraten sollten, da
sie die Lebensqualität der betroffenen Menschen erhalten.

Vor zehn Jahren ist das Gesetz zur Absicherung des Risikos der Pflegebedürftigkeit begleitet von vielen Erwartungen in Kraft getreten. Zuvor hatte sich das Diakonische Werk für eine eigenständige Absicherung des Risikos der Pflegebedürftigkeit eingesetzt. Die Pflegeversicherung soll den Pflegebedürftigen helfen ein möglichst selbstständiges und selbstbestimmtes Leben zu führen, das der Würde des Menschen entspricht. Es gehört zu den Verdiensten der Pflegeversicherung, dass sie das Schicksal älterer Menschen mit Pflegebedarf ins öffentliche Bewusstsein gebracht hat. Gegenwärtig bekommen fast zwei Millionen Menschen Leistungen aus der Pflegeversicherung, etwa 1,4 Millionen im ambulanten und 600.000 im stationären Bereich.

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